Alpen-Adria: Überregionale Zusammenarbeit immer wichtiger
Vollversammlung unterstützt EU-Beitritt Kroatiens
Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria/Generalsekretariat

Klagenfurt / Zalaegerszeg, 01.12.2004. - Durch die Erweiterung der Europäischen Union sei die Bedeutung der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria nicht geringer, sondern deutlich größer geworden. Das betonte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft, Bódog Zoltán Kiss, kürzlich bei der Alpen-Adria-Vollversammlung der regionalen Regierungschefs in Zalaegerszeg im ungarischen Komitat Zala. Kiss sprach die Hoffnung aus, dass auch das Alpen-Adria-Mitgliedsland Kroatien möglichst bald Mitglied der Europäischen Union werden möge. Rückblickend hob Kiss die Aufnahme des Strukturierten Dialogs zwischen der Europäischen Kommission und den interregionalen Organisationen im Parlament in Brüssel als einen der Höhepunkte des zurückliegenden Arbeitsjahres hervor.
In der Diskussion bezeichnete der Vertreter Kärntens, Landesrat Josef Martinz, die Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria als einen Grundpfeiler der europäischen Integration. Als dauernde Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft unterstrich Martinz den Einsatz für ein friedliches Zusammenleben der Menschen. Um für die Herausforderungen der Zeit gerüstet zu sein, sei es notwendig, dass sich Alpen-Adria den notwendigen Veränderungen anpasse. „Es sollte daher in nächster Zeit innerhalb der Alpen-Adria auch über Reformschritte offen diskutiert werden.“ Martinz meinte, Alpen-Adria solle das Dach bilden, unter dem sich neue Formen der Zusammenarbeit entwickeln. Die Schaffung von Doppelgleisigkeiten sei dabei natürlich zu verhindern.
Der Vertreter Kroatiens, Vizeminister Tomislav Vidošević, sprach die Hoffnung aus, dass die Arbeitsgemeinschaft sein Land bei der Annäherung an Europa unterstützen werde. Er unterstrich die besondere Wichtigkeit der überregionalen Zusammenarbeit für die Integration in Europa. Assessor Franco Iacop von der Region Friaul-Julisch Venetien betonte die Vorrangigkeit der wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit. Auch er sprach sich für eine Unterstützung der EU-Aspirationen Kroatiens aus. Die Vertreter von Oberösterreich, der Steiermark und von Slowenien, Eduard Pesendorfer, Gerhard Wielinger und Ida Močivnik, unterstrichen die Bedeutung des Ausbaues der Verkehrsverbindungen.
Der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft, Hellwig Valentin, verwies auf die in den letzten Monaten intensivierte Öffentlichkeitsarbeit. So würden die Medien des Alpen-Adria-Raumes regelmäßig mit fünfsprachigen Presseinformationen versorgt werden. Auch nach innen sei der Informationsfluss verstärkt worden. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Generalsekretariats sei die Vertretung der Arbeitsgemeinschaft bei den europäischen Institutionen. In der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen sowie in der Versammlung der Regionen Europas sei die Arbeitsgemeinschaft im Vorstand vertreten. Abschließend wurde mitgeteilt, dass allein im Jahre 2004 von der Alpen-Adria insgesamt 32 gemeinsame Projekte mit einer Förderungssumme von annähernd € 200.000,-- unterstützt wurden.
Die Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria beschloss eine Stellungnahme zum 3. Kohäsionsbericht und zu den Vorschlägen zur Neugestaltung der Struktur- und Regionspolitik nach 2006. Darin verleiht die Vollversammlung der Alpen-Adria-Regierungschefs ihrer Überzeugung Ausdruck, dass „sowohl die ausgewogene Entwicklung der Europäischen Union, als auch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit nur durch die Stärkung des sozialen, wirtschaftlichen und territorialen Zusammenhaltes erreicht werden kann.“ Weiters verabschiedete die Vollversammlung eine Resolution zu den euroregionalen Verbünden der Zusammenarbeit. Die Vollversammlung begrüßte die vom Europarat und von der Europäischen Union kürzlich erstatteten Vorschläge für die Schaffung eines rechtlichen Instruments für die grenzübergreifende transnationale und interregionale Zusammenarbeit von lokalen und regionalen Behörden als „starke Instrumente“, die die grenzüberschreitende Kooperation auf klare rechtliche Grundlagen stellen.
Die Berichte über die Tätigkeit der fünf Fachkommissionen sowie der Kommission der Leitenden Beamten wurden von der Vollversammlung zustimmend zur Kenntnis genommen.
In feierlichem Rahmen wurde der Alpen-Adria-Preis 2004 dem Präsidenten der Region Veneto, Giancarlo Galan, und dem Rektor der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Günther Hödl, überreicht. Damit wurde der besondere Einsatz dieser Persönlichkeiten bei der Verbreitung der Alpen-Adria-Idee gewürdigt. Präsident Galan erklärte in seinen Dankesworten, Alpen-Adria habe Europa gezeigt, dass es einen gemeinsamen Weg gebe. Rektor Hödl versprach, sich in Zukunft noch stärker für die Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen Institutionen im Alpen-Adria-Raum zu engagieren.
Abschließend gab der amtierende Vorsitzende der Alpen-Adria die Präsidentschaft der Arbeitsgemeinschaft für die Jahre 2005 und 2006 an den Präsidenten des Komitates Baranya, Ferenc Kékes, weiter. Der neue Alpen-Adria-Präsident kündigte für die kommenden beiden Jahre im besonderen eine Intensivierung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kultur an. Wie andere Sprecher versicherte auch Kékes, dass sich die Arbeitsgemeinschaft mit allen Kräften für den Beitritt Kroatiens in die Europäische Union einsetzen werde. Er sprach von einer „phantastischen Verantwortung“ für 17 Mitglieder und 40 Millionen Menschen auf dem Gebiet der Arbeitsgemeinschaft.
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