Guatemala: Gewerkschaftsarbeit nur mit Angst
Die Notwendigkeit, die Ungerechtigkeiten aufzuzeigen, ist stärker ...

„Gewerkschaftsarbeit in Guatemala – Solidarisches Engagement trotz Morddrohungen“ – unter diesem Titel schilderten der Generalsekretär der Christlichen Gewerkschafter von Guatemala, José „Pepe“ Pinzon, sowie Imelda López de Sandoval von der dortigen Zivilluftfahrtsgewerkschaft diese Woche über die aktuelle Situation der Gewerkschaftsbewegung in ihrer Heimat. Zu dem Vortrag im neuen ÖGB-Haus in Graz-Eggenberg hatten „Solidarität mit Lateinamerika“ (SOL), ÖGB Steiermark und das Welthaus der Diözese Graz-Seckau gemeinsam mit anderen Initiativen eingeladen. Schon zuvor hatten die beiden guatemaltekischen Gewerkschaftsvertreter die Verantwortlichen der Entwicklungszusammenarbeit in der Fachabteilung Europa und Außenbeziehungen über die Auslegung der Meinungsfreiheit in Guatemala informiert. Beide haben täglich Angst, aber die Notwendigkeit die Ungerechtigkeit im Land aufzuzeigen ist noch größer als die Angst um das eigene Leben.
Hier Stichworte aus den beeindruckenden Schilderungen:
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Gewerkschaft ist im Land nicht erwünscht weil sie Unrecht und Korruption aufdeckt, Führer werden bedroht, beide haben mehrere Anschläge überlebt.
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Gewerkschaftsarbeit passiert oft im Untergrund
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Arbeitnehmer werden sofort entlassen sobald der Verdacht entsteht, dass sie sich organisieren wollen
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Familienangehörige von Gewerkschaftsfunktionären bekommen nur erschwert oder keine Arbeit.
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Nur 1,6 % sind daher organisiert, während der Diktatur waren es noch 5 %
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Aufklärung der Arbeiter über ihre Rechte und Pflichten ist sehr schwierig, weil die Medien im Besitz der Unternehmen sind die dem Staat gehören.
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In Staatsbetrieben gibt es derzeit Arbeitsverträge, wonach die Menschen auf Grundrechte verzichten müssen wie: Urlaub, 14. Gehalt, Sozial und Pensionsversicherung, auf Zulagen, und Frauen auch das Recht auf Schwangerschaft genommen wird.
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Menschenrechte und Menschenwürde einzufordern ist das Ziel der Gewerkschaft, dafür brauchen sie die internationale Unterstützung. Besonders aus Europa erwarten/bekommen sie Hilfe, dafür sind sie dankbar.
Die Kontakte zwischen Guatemala und der Steiermark bestehen seit der Gründung von „SOL“ durch den langjährigen Landesrat Dipl.Ing. Hermann Schaler vor rund 20 Jahren. So wurden gemeinsame Projekte in den Bereichen Bildung und Gesundheit verwirklicht sowie auch ein Rotationsfonds für StraßenhändlerInnen geschaffen. Alle diese Projekte sind auf Nachhaltigkeit ausgelegt, sie werden in Guatemala dort erarbeitet und entwickelt.
Mehr über SOL unter http://www.sol-steiermark.atTina. A. Delgado / SOL