Serbiens Vojvodina drängt auf raschen Weg in die EU


Auf großes Interesse stieß kurz vor den Parlamentswahlen vom Sonntag, dem 21. Jänner, ein "Europa-Workshop", zu dem eine steirischen Delegation in die Hauptstadt von Serbiens Autonomer Provinz Vojvodina, Novi Sad, eingeladen war. Angesichts der rund 150 Mio. Euro, die für Serbien aus den Vor-Beitritts-Mitteln der EU-Fonds vorgesehen sind, konzentrierte sich die Diskussion rasch auf eine Kernfrage: Wann ist es sinnvoll, ein Brüssel-Büro (serbisch: “briselski ofis”) zu eröffnen, um Lobbying zu betreiben und rascher an Informationen heranzukommen?
"Sofort, wenn Serbien ein Kandidaten-Status eingeräumt ist", empfahl Ludwig Rader, der Leiter der Fachabteilung Europa und Außenbeziehungen und Repräsentant des Landes Steiermark bei der EU, der die Erfahrungen der Steiermark schilderte und die Stellung eines Regions-Büros präzisierte: "Das ist keine diplomatische Vertretung sondern eine Kommunikations-Einrichtung - wie sie mittlerweile mehr als 200 Regionen betreiben."
Am Vortag hatten Außenministerin Ursula Plassnik und der Ministerpräsident der Provinz-Regierung, Bojan Pajtic, in Novi Sad eine auf drei Jahre angelegte Projekt-Kooperation der österreichischen Ost-Zusammenarbeit unterzeichnet. Es handelt sich um ein wirtschaftliches Entwicklungsprogramm, um etwa das Arbeitsmarktservice, Produktstandards und die effiziente Lukrierung und Verwendung von EU-Fördermitteln in der Region voranzutreiben. Das Projekt, das vor allem jüngeren Menschen größere Beschäftigungschancen eröffnen soll, hat ein Volumen von fünf Millionen und ist auf drei Jahre angelegt.
Die Vojvodina, die seit vier Jahren durch eine Partnerschaft mit dem Land Steiermark verbunden ist, gilt als "Lokomotive Serbiens" auf dem Weg nach Europa. Vor den Parlamentswahlen hatte Ministerpräsident Bojan Pajtic - wie auch der ebenfalls der Demokratischen Partei angehörende Staatspräsident Boris Tadic - mehrfach ihre klare Europa-Linie hervorgehoben. Andererseits hatten verschiedene EU-Politiker die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Serbien von dem Ausgang der Wahlen abhängig gemacht.
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