Gipfeltreffen von vier Partnergemeinden in Admont
Kooperation Admont-Pohlheim-Strehla-Zirc ist Musterbeispiel in der EU



Admont/Graz (16.9.2009) - VertreterInnen der Admonter Partner-Gemeinden Pohlheim, Strehla und Zirc trafen eine Woche lang in der Obersteiermark zusammen, um im Rahmen einer EU-Bürgerbegegnung in Admont ein umfangreiches Programm zu absolvieren. Am Mittwoch bildete ein "Europa-Schwerpunkt" mit Impuls-Vorträgen von Botschafter i.R. Wolfgang Wolte und von der steirischen "europe direct"-Leiterin Heidi Zikulnig den Auftakt für eine lebendige Diskussion der Bürger aus den vier Partnergemeinden bildete. Übrigens: Diese "Vier-Städte-Kooperation" gilt als
Musterbeispiel einer Zusammenarbeit im Rahmen des Programms "Europa für Bürgerinnen und Bürger", das solche Veranstaltungen unterstützt.
Markant an dieser Vier-Städte-Bürgerbegegnung ist das Zusammenspiel von Unterschieden und Ähnlichkeiten der befreundeten Gemeinden. Bei dem Treffen in der "Europagemeinde Admont" bewunderten die Gäste natürlich vor allem die gigantische Gebirgskulisse am "Eingang zum Nationalpark Gesäuse". Die Admonter sorgten da gleich für Spannung: Etwa mit einer Schauübung der Bergrettung. Das gibt es im Hügel- und im Flachland von Hessen und Sachsen nicht in dieser Form kaum, gar nicht in Zirc, das im ungarischen Komitat Veszprem liegt. Gemeinsamkeiten tauchen dennoch auf: Denn in allen diesen Ländern gibt Freiwillige Feuerwehren, die Anlass für einen Erfahrungsaustausch bieten.
Der Mittwochvormittag stand ganz im Zeichen der Europäischen Union. Im Volkshaus begrüßte der Admonter Bürgermeister Günter Posch Gäste und Einheimische zu einem Termin "EU vor Ort". Unter dem Thema „Von Europé zum gemeinsamen Europa" gab der langjährige Diplomat Wolfgang Wolte zunächst einen Überblick über die geschichtlichen Etappenschritte der Europäischen Union, die vor allem für die vertretenen Partnerländer wichtig waren. Passend dazu konnte man im Hintergrund eine Ausstellung mit anschaulichen Plakatständern über die Geschichte des Zusammenwachsens des einheitlichen Europas in nunmehr 27 EU-Mitgliedsstaaten mitverfolgen. Botschafter Wolte brachte anschauliche Beispiele aus der Praxis; etwa von seiner Tätigkeit in Brüssel und freute sich über das Ergebnis der Europawahl: "In Österreich war die Wahlbeteiligung am 8. Juni nicht nur besser als fünf Jahre zuvor, sie übertraf darüber hinaus auch meine Erwartungen!"
Fachthemen standen dann im Vordergrund, als EU-Expertin Heidi Zikulnig als Leiterin des "europe direct" Netzwerkes Steiermark einen Überblick über den Aufbau der EU sowie nähere Einblicke in die Europäische Förderung in Städten und Gemeinden vortrug. Neben den Funktionen der verschiedenen europäischen Institutionen, der Aufgabenverteilung zwischen EU und Mitgliedsstaaten und der Bedeutung des Ausschusses der Regionen, wurde auch die Zusammensetzung und Verwendung des EU-Budgets genauer beleuchtet.
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer interessanten Diskussion, in der man, dank eines ausgezeichnet unterstützenden Ungarisch-Übersetzers, nahezu simultan-zweisprachig EU-kritische Punkte besprach. Zum Abschluss dann Botschafter Wolte: Er rezitierte auf Latein den Text aus Schillers "Ode an die Freude", deren Vertonung durch Ludwig van Beethoven nun als Hymne der Europäischen Union dient.
Weitere Informationen
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Programm der Bürgerbegegnung unter
www.admont.at
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Projektbeispiele aus dem EU-Programm "Bürgerschaft" unter
www.europagestalten.at
Maria Ortner/"europe direct"