Regionen wollen die Mehrsprachigkeit auf Praxis ausrichten
Sprachkenntnisse werden zur Grundvoraussetzung für Arbeitsplätze in Europa

Graz.- Europas Regionen streben danach die Mehrsprachigkeit in ihrer Zusammenarbeit stärker einzusetzen. Dies betrifft den Bildungsbereich, etwa im Schüleraustausch, genauso wie die Kultur und die regionale Außenpolitik. Dies zeigte eine Konferenz, der auf Initiative des Steiermark-Büros in Brüssel am Dienstag im Ausschuss der Regionen der EU in Brüssel stattfand. „Sprachkenntnisse werden in Europa wie auf keinem anderen Kontinent die wichtigste Voraussetzung, um die globale Marktposition zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen“, unterstrich der Generalsekretär des Ausschusses, Gerhard Stahl. Mehr als hundert Experten aus den Bereichen Bildung und Kultur sowie Verantwortungsträger aus dem Bereich der regionalen Zusammenarbeit nahmen bei der Konferenz die künftigen Förderprogramme der EU für Bildung, Sprachenvielfalt und Kultur aus Gesichtspunkten der Praxis unter die Lupe, um eine Vernetzung zwischen Fremdsprachenunterricht und regionaler Zusammenarbeit zu erreichen.
Anstoß zu der Konferenz hatten regionale Partnerschaften des Landes Steiermark mit Frankreich und Polen gegeben: Gemeinsam mit den Partnerregion „Departement de la Vienne“ und Niederschlesien wurde im Vorjahr ein dreisprachiges Buch mit Sagen und Legenden aus diesen Regionen vorgestellt. Das Werk, das von der Bildungsexpertin Bernadette Steps vom Landesschulrat Steiermark als „Best-Practice-Beispiel“ vorgestellt wurde, fand große Beachtung.
Die Europäische Union unterstützt im Rahmen der Programme für „Lebenslanges Lernen“ gezielt den Aufbau von Fremdsprachenkompetenz. Im Vergleich zu Wirtschafts- und Kulturräumen wie USA und Kanada, Russland oder China „leidet“ Europas Wirtschaft unter der Sprachenvielfalt, die sich auch in 20 Amtssprachen der Europäischen Union ausdrückt.
Wenn die Bürgerinnen und Bürger allerdings dazu bereit sind, die Herausforderung der europäischen Vielsprachigkeit anzunehmen und die Sprachen ihrer Nachbarregionen erlernen, wird dieser scheinbare Nachteil der Europäischen Union gegenüber der erwähnten Wirtschaftsregionen rasch zu einem Wettbewerbsvorteil. Durch die Aneignung umfassender Sprachkompetenzen werden so nicht nur die Chancen am Arbeitsmarkt erhöht. Gleichzeitig können dadurch auch soziale kulturenübergreifende Kontakte geknüpft und intensiviert werden. Miteinander reden und einander verstehen sind – sowohl im Wirtschafts- als auch im Privatleben – die Grundvoraussetzungen dafür, um das Motto der EU „In Vielfalt geeint“ mit Leben zu füllen.
Graz, am 28. Februar 2006
Für Rückfragen steht Ihnen als Verfasser bzw. Bearbeiter dieser Information Johannes Steinbach unter Tel.: (0316) 877-4214 Fax: (0316) 877-3629 E-Mail: johannes.steinbach@stmk.gv.at zur Verfügung.