Gute Polen-Kontakte für EU-Programm
Besuch des polnischen Botschafters Marek Jędrys in der Steiermark


Graz.- Großes Lob für die Steiermark hatte der polnische Botschafter Mag. Marek Jędrys im Gepäck, als er diese Woche zu einem Besuch nach Graz kam: „Die Steiermark ist bezüglich bilateraler Zusammenarbeit mit polnischen Regionen das aktivste Bundesland Österreichs“, unterstrich er im Gespräch mit Landeshauptmann Mag. Franz Voves. So bestehen mit fast der Hälfte der 16 Wojewodschaften Kooperationsverträge, die nun, so Voves, im Rahmen des ab 2007 gültigen EU-Schwerpunktprogramms „Aktive Bürger/innen für Europa“ verstärkt auch auf Regions- und Gemeindeebene ausgebaut werden sollen. Die Bezirke Bruck und Graz-Umgebung haben dabei bereits eine Vorreiterrolle eingenommen, nun sollen weitere Bezirke sowie auch Städte und Gemeinden folgen. Den Auftakt könnte ein Besuch von Landeshauptmann Voves in Polen bilden.
Botschafter Jędrys, der an seinem Steiermark-Tag vom polnischen Honorarkonsul, Landesamtsdirektor a.D. Dr. Gerold Ortner begleitet wurde, führte anlässlich seines Steiermark-Tages auch Fachgespräche in der Wirtschaftskammer und in der Europa-Fachabteilung des Landes, außerdem traf er mit Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer zusammen, der ihm die erfreulichen Zuwächse polnischer Gäste erläuterte.
Die Dritte Landtagspräsidentin Barbara Gross, die den Botschafter im Landhaus begrüßte, überraschte mit einer ganz persönlichen Beziehung zu Polen: Ihre Mutter war gebürtige Polin, die in den Nachkriegsjahren nach Graz gekommen war. So habe sie zwar die polnische Küche von Kindheit an erlebt, die polnische Sprache aber – aus heutiger Sicht – „leider nicht“ gelernt.
Im Gespräch mit Landeshauptmann Voves konnte der Botschafter auf erfolgreiche Kooperationsprojekte zurückblicken. So arbeitet der Bezirk Bruck/Mur und der Wallfahrtsort Mariazell bereits intensiv mit dem polnischen Tschenstochau mit der berühmten „Schwarzen Madonna“ zusammen. Dabei haben sich besonders Initiativen im Gesundheitswesen ausgezeichnet. Das Programm „Regionale Internationalisierung Steiermark“ (RIST) hat zu Kooperationen im Thermen-Tourismus, in der Revitalisierung sowie bei Verkehrsprojekten und im Energie-Bereich geführt, wo steirisches Know how eingesetzt wird. Insgesamt haben sich rund 40 steirische Unternehmen bei Joint Ventures in Polen engagiert, das mit knapp 40 Millionen Einwohnern die Hälfte der EU-Bürger in den zehn neuen Mitgliedsländern stellt. Darüber hinaus hat das Land Steiermark gemeinsam mit seinen mehr als 30 Partnerregionen begonnen, ein Netzwerk im „Europa der Regionen“ aufzubauen, in dem die regionalen Interessen gemeinsam vor der Europäischen Union vertreten werden. Die guten Beziehungen zu Polen zeigten dabei bereits in Brüssel erste Erfolge: So ist Tür an Tür mit dem Steiermark-Büro auch das EU-Verbindungsbüro der polnischen Wojewodschaft Kujawien-Pommern untergebracht.
Graz, am 20. Juni 2006
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