Ukrainischer Botschafter in der Steiermark
Wirtschaftliche Themen im Mittelpunkt des Antrittsbesuchs bei Landeshauptmann Voves

Graz.- Mit einem Territorium von knapp über 600.000 Quadratkilometern ist die Ukraine flächenmäßig der größte Staat in Europa. In Österreich vertritt Volodymyr Yelchenko - seit rund einem Jahr Botschafter der Ukraine in Österreich - die diplomatischen Interessen der 50 Millionen Einwohner zählenden Ukraine.
Heute Vormittag empfing Landeshauptmann Mag. Franz Voves Botschafter Yelchenko zu einem Antrittsbesuch in den Räumlichkeiten der Grazer Burg. Vor allem wirtschaftliche Themen standen im Mittelpunkt der Gespräche. Botschafter Yelchenko, er ist bereits seit 1981 im Außenministerium in Kiew tätig, legte dem steirischen Landeshauptmann die jüngsten politischen Entwicklungen seines Landes dar. Ende vergangener Woche wurde ja von den Parteien der „Orangenen Revolution" eine neue Koalition unter Führung der von Staatspräsident Viktor Juschtschenko im Herbst entlassenen Ministerpräsidentin Julia Tymoschenko gebildet.
Ein weiterer Gesprächspunkt war die Partnerschaft zwischen der Steiermark und der Region Lemberg: Die Steiermark verfügt bereits seit 1998 über eine Partnerschaft mit dieser westukrainischen Region. In dem Vertrag, der im Jahr 2004 vom damaligen Landesrat Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer erneuert wurde, sind vielfältige Kooperationspunkte vorgesehen. Zuletzt wurden in kleinem Rahmen Veranstaltungen in Lemberg seitens des Landes Steiermark unterstützt und auch die Praktika von zwei Verwaltungsstudenten in der Steiermark ermöglicht.
Abschließend lud Landeshauptmann Voves Botschafter Yelchenko für den Spätherbst zu einer Internationalisierungsveranstaltung mit dem Titel "Going to Ukraine" recht herzlich ein, die im Herbst in der Wirtschaftskammer Steiermark organisiert wird.
Nach seinem Besuch bei Landeshauptmann Voves ging es für den Botschafter weiter zur Firma DCM DECOmetal in Fürstenfeld, die als Handelshaus der bedeutendste österreichische Geschäftspartner der Ukraine ist. Diese steirische Firma ist seit mehr als fünfzehn Jahren mit der ukrainischen Wirtschaft sehr eng verbunden und arbeitet erfolgreich mit ukrainischen Industrieunternehmen wie Poltava GOK und Nikopol zusammen. An Poltava, der größten ukrainischen Eisenerzmine, hält DCM seit 2003 ein Aktienpaket im Ausmaß von elf Prozent. Bereits 1991 wurde mit der Firma POLDEX das erste österreichisch-ukrainische Joint-Venture gegründet. Mittlerweile ist DCM der größte österreichische Importeur ukrainischer Waren und strategischer Eisenerz- und Legierungslieferant für die Voestalpine Werke in Linz und Donawitz.
(Interview mit Dr. Rohtraud Skatsche-Depisch)