Europa beginnt von China zu lernen
Vertreter des „Reichs der Mitte“ auf Besuch in der Steiermark



Graz.- Auf Einladung der "Sohmen-Fernost-Stiftung" besucht eine chinesische Delegation zurzeit Europa, um - mit Schwerpunkt Österreich - die freundschaftlichen Kontakte weiter zu pflegen. Heute Vormittag empfing Landeshauptmann Mag. Franz Voves die sechsköpfige Delegation unter Führung des Generalsekretärs für Außenbeziehungen der Provinz Jiangsu, Huang Jiajian, in den Räumlichkeiten der Grazer Burg. Begleitet wurde die Delegation von Nationalratsabgeordneten Dr. Günther Kräuter und Univ.-Prof. Dr. Gerd Kaminski von der Österreichischen Gesellschaft für Chinaforschung.
Im Mittelpunkt der sehr freundschaftlichen Gespräche standen die Bereiche Kultur, Bildung, Wissenschaft und Technik. Und gerade im Technologiesektor ist die 75 Millionen Einwohner Provinz Jiangsu führend. So stammt etwa weltweit jedes vierte Mobiltelefon und jeder vierte Personalcomputer aus Produktionsanlagen dieser Provinz.
Die Einladung von Generalsekretär Jiajian zu einem Besuch in seiner Provinz nahm Landeshauptmann Voves gerne an: "Ich bedanke mich für diese Einladung und würde mich freuen, mit einer hochrangigen Delegation Ihre Provinz zu besuchen und eine Partnerschaft abzuschließen. China ist ein außergewöhnliches Land, und Europa fängt erst langsam an, von China zu lernen."
Im kommenden Jahr soll darüber hinaus eine Delegation von Spitzenrepräsentanten aus einigen Städten der Provinz in die Steiermark kommen, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu erläutern. Die Größenunterschiede zwischen den Gemeinden in China und der Steiermark spielen dabei keine Rolle: So hat die Bezirkshauptstadt Leoben bereits 1994 eine Partnerschaft mit der im Norden von Jiangsu liegenden Stadt Xuzhou abgeschlossen, in der rund 9,5 Millionen Einwohner leben. Weitere Städte sind äußerst interessiert an einer Zusammenarbeit.
Das enorme Interesse der Gäste aus China zeigte sich beim Stadtbummel nach dem Gespräch mit Landeshauptmann Voves: Angetan von der Schönheit der alten Ritterrüstungen im Landeszeughaus erkundigte sich Delegationsleiter Huang Jiajian spontan nach der Möglichkeit, Ritter-Ausstellungen – nach dem Vorbild von "Imperial Austria" in USA, Kanada und Australien – auch in der chinesischen Provinz Jiangsu zu organisieren.
Mit etwa 1,3 Milliarden Einwohnern hat die Volksrepublik China rund 162 Mal mehr Einwohner als Österreich und stellt flächenmäßig das viertgrößte Land der Erde dar. Wirtschaftlich kann die Volksrepublik für das Jahre 2005 eine Wachstumsrate von 9,9 Prozent ausweisen und überholte mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 1,8 Billionen Euro sowohl Frankreich als auch Großbritannien und stieg damit zur viertgrößten Wirtschaftsmacht der Welt auf.