Steirische Delegation in Bosnien-Herzegowina
Großteil der Bevölkerung will so rasch wie möglich in die EU


Voves bezeichnete diese Reise, bei der u.a. verschiedene Treffen mit den politischen Spitzen der beiden Teilstaaten am Programm standen, „als einen ersten Schritt, um die Beziehungen zu unseren südöstlichen Nachbarn zu intensivieren". „Im Europa der Regionen versteht sich die Steiermark als Brücke nach Südosten. Wir haben Respekt vor den Schwierigkeiten, die es im Land selbst noch zu überwinden gilt, und möchten unseren Nachbarn, der immerhin nur eine Flugstunde von uns entfernt ist, auf dem Weg in die EU unterstützen."
Im Rahmen des Besuchs der zehnten Messe in Mostar, bei der die Steiermark zum ersten Mal vertreten war, lobte Voves das positive Klima für österreichische Unternehmen in Bosnien. Steirische Unternehmen vor Ort berichteten durchwegs von einer sehr positiven wirtschaftlichen Entwicklung mit stetigen Zuwächsen, in einem nicht immer einfachen Umfeld. Vor allem steirische Banken und Versicherungen sind in Bosnien-Herzegowina sehr stark vertreten. Österreich ist für Bosnien-Herzegowina der größte ausländische Investor und der sechswichtigste Handelspartner. Die österreichischen Exporte nach Bosnien-Herzegowina beliefen sich 2006 auf 248,7 Millionen Euro und die Importe auf 170,3 Millionen Euro.
Bereits im Herbst werde der Präsident der Republik Srpska, Milan Jelic, in die Steiermark kommen, um über konkrete neue wirtschaftliche Kooperationen im Bereich der Biodieselproduktion oder der Holzveredelung zu sprechen, so Voves. „Doch bei den Gesprächen ging es keineswegs ausschließlich um wirtschaftliche Belange. So haben wir in Sarajewo mit dem zukünftigen Premier der Föderation Nedzad Brankovic und dem Vizepräsidenten Mirsad Kebo vereinbart, dass sich die beiden philharmonischen Orchester von Graz und Sarajewo für zwei große Aufführungen jeweils in Sarajewo und Graz zu einem Orchester vereinen."
Ein emotionaler Höhepunkt, der die Sehnsucht der bosnischen Jugend nach einem normalen Leben in der europäischen Gemeinschaft deutlich machte, war der Besuch der Universität in Banja Luka. Hier stellte sich Voves den Fragen der Germanistikstudenten, die mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen glänzten. Auf den Appell einer Studentin der Universität zu helfen, zwischen dem Germanistik Institut in Banja Luka und dem Grazer Slawistik-Institut ein Austauschprogramm zu ermöglichen, versicherte Voves, dieses Anliegen unterstützen zu wollen, doch Verhandlungspartner sei in diesem Fall der Bund. „Aber etwas kann ich sofort organisieren: Die rund 260 Germanistikstudenten werden in vier Gruppen zu einer dreitägigen Exkursion nach Graz eingeladen." Die Freude über diese unerwartete Reise in ein EU-Land war spontan und unüberhörbar. Eine sichtlich gerührte Studentin sagte: „Wir haben schon so viel von Österreich und der Steiermark gehört, aber wir haben noch nichts gesehen. Vielen Dank für die Einladung."
Eine andere Station der Delegationsreise - im geschichtsträchtigen Olympiastadion Zetra in Sarajewo - war für den ehemaligen Eishockey-Profi Voves eine berührende Begegnung. Beim Empfang durch das Olympische Komitee und den Eishockeyverband der „Föderation Bosnien und Herzegowina" bekam er vom Präsidenten des Eishockeyverbandes Haris Muhic ein Eishockey-Shirt mit seinem Namen überreicht. Kurz davor hatte sich Voves in einer Blitzaktion als Sponsorengeldauftreiber einen Namen gemacht, indem er dem Verband für den Bau einer neuen kleineren Eishalle nicht nur Landesunterstützung zugesichert, sondern auch gleich zwei steirische Firmen, die in Sarajewo Niederlassungen besitzen, als Sponsoren akquiriert hatte.
Graz, am 30. März 2007
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