„Cafe Europa“ als Kommunikations-Hit
Landeshauptmann, Botschafter und Wirtschaftsspitzen in Diskussion



Graz.- Mehr als erfolgreicher Start der neuen steirischen Web-TV-Serie „Cafe Europa" im Medienzentrum Steiermark, zu der Landeshauptmann Mag. Franz Voves geladen hatte - die unerwartet hohe Anzahl von Fragen aus dem Internet bewies eindrucksvoll die Attraktivität dieser neuen Kommunikationsschiene. Prominent wie das Publikum mit ranghohen Vertretern der Wirtschaft wie „Saubermacher"-Chef Kommerzialrat Hans Roth war auch der Premierengast, der bulgarische Botschafter Mag. Radi Naidenov.
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Nach Einführung und Begrüßung durch Landeshauptmann Mag. Franz Voves und einer Präsentation seines Landes durch den Botschafter führte Mag. Ludwig Rader, Leiter der Fachabteilung 1E - Europa und Außenbeziehungen, als perfekter Moderator durch die zahlreichen Fragen aus dem Internet und aus dem Publikum im Medienzentrum Steiermark.
Beeindruckt von den technischen Möglichkeiten, die ihm Landeshauptmann Franz Voves vorstellte, betonte Botschafter Naidenov: „Gerade diese Mittel der Kommunikation müssen wir zur Verständigung zwischen Politik und Bevölkerung einsetzen, sonst können wir unsere Ziele nicht erreichen. Was mich in der Steiermark besonders fasziniert ist, wie man hier Fortschritt und Tradition verbindet."
Die Beziehungen zwischen Österreich und Bulgarien seien, so der Botschafter auf eine Frage, erstklassig und intensiv, allein auf dem Bankensektor würden österreichische Banken zwei Drittel in Bulgarien verwalten. Keineswegs in diplomatisch verschlüsselter Sprache, sondern in wohltuender Offenheit und in perfektem Deutsch nahm er zu heiklen Anfragen Stellung, auch zum Thema Korruption. In den 700 Jahren Fremdherrschaft ihrer insgesamt mehr als 1.100-jährigen Geschichte hätten die Bulgaren eine gewisse Anpassungsfähigkeit als Überlebenschance erlangt, denn nicht immer sei das Vertrauen der Bevölkerung in Verwaltung und Gesetze gerechtfertigt gewesen. Man sei aber auf dem richtigen Weg. Aber auch andere Probleme seit der Wende im Jahre 1990 hätten sich ergeben. Bulgarien, früher wegen seiner Armut höchstens ein Transitland für Drogenhändler, sei nun selbst auch zu einem Markt geworden. Menschenhandel, Geldfälschungen und eine Schattenwirtschaft zu Lasten der Bürger - Probleme, die nahezu alle anderen Staaten ebenfalls haben, aber man würde konsequent danach trachten, sie zu eliminieren. Immerhin sei, resümierte der Botschafter, sein Land von einem früheren Pulverfass zu einem Stabilitätsfaktor geworden.
„Saubermacher" Hans Roth, der mit seiner Firma in Bulgarien bereits in einigen Städten begonnen von der Schneeräumung bis zur Abfallentsorgung die gesamte breite Palette kommunaler Dienstleistungen betreibt, konnte dem Land nur ein allerbestes Zeugnis ausstellen: „Wir machen dort nur gute Erfahrungen und würden uns eine derartige Basis für eine Zusammenarbeit in vielen anderen Ländern wünschen."
Akzeptanzfragen bezüglich Europäischer Union, Einstellung der Bevölkerung zur bevorstehenden Europa-Parlamentswahl, Verhältnis zur Türkei, Preise für Wohnungen, Wirtschaftswachstum, Fragen ohne Ende aus dem Internet bewiesen das enorme Interesse an Veranstaltungen dieser Art. Mag. Ludwig Rader, der diese Premiere im Rahmen des EuropeDirect-Informationsnetzwerks Steiermark organisiert hatte: „Der heutige Tag hat uns ermutigt, dass wir richtig liegen, wir machen schon demnächst weiter. Und Dank dem Landespressedienst, dass er mit seinem Team für die reibungslose Technik gesorgt hat."
Graz, am 20. April 2007