Steirische Firmen: Favoriten für Nutzung heißer Quellen in Polen
Steirisch-polnische Beziehungen tragen erste Früchte



Graz/Polen- Von 1. bis 2. April besuchte eine 31 Personen umfassende steirische Delegation, darunter 17 Journalisten, die polnischen Wojewodschaften Lodz und Schlesien, mit denen das Land Steiermark im Rahmen der „Regionalen Internationalisierung Steiermark" eine lebendige Partnerschaft pflegt. Große Bauvorhaben im Hotel- bzw. Museumsbereich, der erneuerbaren Energie, Thermenprojekte, aber auch eine engere Zusammenarbeit zwischen steirischen und polnischen Universitäten, zwischen ehemaligen steirischen und polnischen Bergbaugebieten und nicht zuletzt zwischen den Marienwallfahrtsorten Mariazell und Tschenstochau, standen im Mittelpunkt der von Landeshauptmann Mag. Franz Voves angeführten Treffen und Gespräche. „In meiner Zeit als österreichischer Botschafter in Polen habe ich noch nie so eine große Delegation aus Östereich begrüßen können", freute sich Botschafter Dr. Alfred Längle. Das veranschauliche, welchen Stellenwert das Land Steiermark den steirisch-polnischen Beziehungen beimesse, unterstrich LH Voves. „Wichtig ist, dass wir bei allen Erfolgen in Polen nicht aus den Augen verlieren, dass eine erfolgreiche Partnerschaft mittel- und langfristig nur bestehen kann, wenn es für beide eine win-win-Situation gibt."
Die Delegation besuchte u.a. ein großes Bauvorhaben der Firma Porr in Lodz, der ehemaligen Textilhauptstadt Europas. In unmittelbarer Nachbarschaft zu einem beeindruckend stilvollen Einkaufszentrum, das in den renovierten Fabrikshallen der einst so wohlhabenden „Manufaktur" (hier arbeiteten Anfang des vorigen Jahrhunderts noch über 17.000 Textilarbeiter) entstand, baut Porr zusammen mit anderen österreichischen Firmen gerade einen historischen Industriebau in ein Vierstern-Hotel um. Das 40.000 Quadratmeter umfassende Objekt soll Ende 2008 seine Pforten als Hotel Andel´s öffnen. Dieses Projekt steht stellvertretend für zahlreiche Bauten, die Porr in den letzten Jahren in Polen errichtet hat, u.a. das Warsaw Financial Center, das Hotel Intercontinental Warsaw, das Handelszentrum Stary Browar (Alte Brauerei) in Posen, die Universitätsbibliothek sowie die Börse in Warschau.
Als heißer Favorit für Geschäfte mit heißen Quellen wird Porr auch bei Thermenprojekten gehandelt. Bislang kamen steirische Firmen bei einigen Geothermiestudien in der Wojewodschaft Lodz zum Zug. Nun soll noch diesen Sommer die erste, auch mit steirischem Know-How errichtete Freilufttherme in Uniejow fertiggestellt werden. Mitte April wird die Gemeinde ein Grundstück für einen privaten Investor ausloben, der dort eine Vierstern-Spa-Anlage errichten soll. Auch hier will sich Porr einbringen. Weitere Thermenprojekte, bei denen sich steirische Firmen beteiligen wollen, sind in Planung. „Da ganz Polen Ziel 1 Fördergebiet ist, können die Investoren mit nicht unbeträchtlichen EU-Förderungen rechnen", erläutert ICS-Geschäftsführer Dr. Karl-Heinz Dernoscheg die rege Bautätigkeit in Polen. Im Zusammenhang mit der Euro 2012 Bewerbung Polens zusammen mit der Ukraine wird auch bei Sportstätten ein Bauboom erwartet.
In Katowice, der Hauptstadt der Wojewodschaft Schlesien, die mit fast fünf Millionen Einwohnern zu den einwohnerstärksten Wojewodschaften Polens zählt, konnte die steirische Delegation eines der wichtigsten schlesischen Bauvorhaben besuchen. Das Grazer Architekten-Duo Riegler & Riewe hat im Juni des Vorjahres den prestigeträchtigen internationalen Wettbewerb für den rund 56 Millionen Euro teuren Neubau des Schlesischen Museums in Katowice gewonnen. Aus der alten Kohlengrube in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum soll durch diesen Impuls nach und nach ein Kulturbezirk entstehen. „Als Hommage an die ehemalige Bedeutung dieses Ortes wird das Museum ´unter Tage´ angelegt. Von außen sind nur die Glaskuben des Verwaltungsgebäudes und die Lichteinlässe für die unterirdischen Stockwerke zu sehen. Das Licht wird durch spezielle Spiegel eingefangen und in den Ausstellungsräumen verteilt. Das Architekten-Duo ist stolz, dass die historischen Gebäude und parkähnliche Landschaft des Areals durch ihr Projekt an Bedeutung gewinnen. Der Museumskomplex soll Ende 2011 fertiggestellt sein.
Letzte Station der Polen-Visite war Tschenstochau mit dem berühmten Paulinerkloster und Marienheiligtum Jasna Gora - just am dritten Todestag von Papst Johannes Paul II., Karol Wojtila. Viele polnische Gläubige kamen mitten am Werktag ins Kloster, um vor der „Schwarzen Madonna", dem bekannten Gnadenbild in Jasna Gora, „ihrem" Papst zu gedenken. Tschenstochau und Mariazell verbindet seit Jahren eine intensive Partnerschaft im Rahmen der „Shrines of Europe". Helmut Pertl, Bürgermeister des steirischen Wallfahrtsortes Mariazell, übergab bei dieser Gelegenheit eine Kopie der Mariazeller Gnadenmutter an den Stadtpräsidenten Tadeusz Wrona.
Graz, am 03. April 2008
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